Modbus-Konfiguration


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Überblick

Das Gateway ist Modbus-Master (Client) und liest die Register des Messgeräts zyklisch aus; das Messgerät ist Modbus-Slave (Server). Die gelesenen Werte werden anschließend als MQTT-Nachrichten publiziert. Für den Erfolg der Anbindung sind vor allem drei Dinge entscheidend: die richtigen Register, die richtigen Datentypen und eine passende Konfiguration am Messgerät.

Registerliste als Grundlage

Die Registerliste ist die eine Quelle, aus der Gateway-Konfiguration, Variablennamen im MQTT-Payload und später die Datenpunkte in niotix abgeleitet werden. Je Register enthält sie mindestens: Messgruppe, Variablenname, Adresse, Anzahl Register, Format, Einheit. Für Janitza-Geräte (UMG 801, UMG 96-PQ-L) stellt Digimondo eine kuratierte Liste inklusive Hinweisen bereit; die vollständigen Adressenlisten liefert Janitza mit dem Gerät.

Auswahlprinzip: Für Netzzustandsdaten werden die Minuten-Mittelwerte des Geräts gelesen (beim UMG 801 der Adressblock ab 5000), nicht die Momentanwerte. Je Messort wenige Größen: Spannungen am Basisgerät, Ströme und Summenleistungen je Abgang (Messgruppe).

Modbus-Parameter (Janitza UMG 801)

Parameter
Wert
Verbindung Modbus/TCP, Port 502 (alternativ Modbus RTU über RS485)
Unit-ID (Slave-Adresse) 1 (Werkseinstellung)
Function Code 3 – Read Holding Registers
Adressierung wie in der Janitza-Adressenliste (1-basiert); ob das Gateway die Zahl direkt übernimmt oder um 1 versetzt erwartet, zeigt der Test mit der Seriennummer
Byte-Reihenfolge Big-Endian, kein Word-Swap
Datentypen Messwerte Float = 2 Register; Seriennummer UInt64 = 4 Register (Register 4174); Status UInt16 = 1 Register
Skalierung keine – Float-Register liefern physikalische Einheiten inklusive Wandlerverhältnis
Lesetakt 1 Minute, gleich dem Mittelungsintervall
Mehrere Master Modbus/TCP ist mehrbenutzerfähig; die IP-Whitelist des Messgeräts (Netzwerk → Whitelist Modbus Port 502) muss leer sein oder das Gateway enthalten

Ein zu schmaler Datentyp erzeugt keinen Fehler, sondern falsche Werte: Wird die 64-Bit-Seriennummer als 32-Bit-Wert gelesen, liefert das Gerät fehlerfrei 0. Deshalb immer die Anzahl Register aus der Registerliste übernehmen.

Nur Register verbauter Messgruppen abfragen – Register nicht bestückter Strommessmodule können Lesefehler erzeugen, die den gesamten Abfragezyklus stören.

Konfiguration am Messgerät

Einstellung
Wert Wo
Mittelungsintervall 60 s (Werkseinstellung 10 min) GridVis, Allgemein → Mittelwert – nicht am Display, nicht per Modbus
Art der Mittelwertbestimmung Arithmetisch Diskret (gerastert): alle Geräte liefern Werte für dasselbe Minutenintervall GridVis
Uhrzeit NTP aktivieren (bis zu 6 Server) Geräte-Homepage
Stromwandler Wandlerverhältnisse je Messgruppe Display oder Geräte-Homepage

Den Zeitstempel eines Mittelwerts liefert das Gerät nicht per Modbus; er wird vom Gateway zum Zeitpunkt der Abfrage gesetzt (UTC, NTP-synchron).

Minimal-Testset

Für den ersten Durchstich genügen wenige Register:

Messgruppe Variable Register Format, Einheit
basic_device serialNumber 4174 UInt64 (4 Reg.)
basic_device phaseVoltageL1Avg 5000 Float (2 Reg.), V
basic_device_meas_group_01 currentL1Avg 5012 Float (2 Reg.), A
basic_device_meas_group_01 totalActivePowerAvg 5030 Float (2 Reg.), W

Zweck der vier Register: serialNumber prüft Adressbasis, Byte-Reihenfolge und Typbreite und liefert das Topic-Segment; phaseVoltageL1Avg dient der Plausibilität (~230 V); currentL1Avg und totalActivePowerAvg (Summe L1–L3) stehen für den ersten Abgang.

Erst wenn diese Werte im Gateway plausibel angezeigt werden und in niotix ankommen, die vollständige Registerliste aktivieren.

Verifikation

  1. Seriennummer aus Register 4174 stimmt mit dem Typenschild überein. Falls 0: Datentyp zu schmal; Zufallszahl: Byte-Reihenfolge; Wert eines Nachbarregisters: Adressversatz um 1.
  2. Spannung L1-N liegt bei etwa 230 V, Ströme eines belasteten Abgangs sind ungleich 0.
  3. Werte mit der Geräte-Homepage oder GridVis zum selben Zeitpunkt vergleichen.

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