Frequenzpläne und Netzwerkserver-Adressen


Überblick

Frequenzplan und Netzwerkserver-Adresse müssen zur realen Betriebsumgebung passen. Der Netzwerkserver arbeitet pro Instanz mit einem fest konfigurierten Frequenzplan; in der öffentlichen Firefly-Cloud ist deshalb jeder SaaS-Host einem Plan zugeordnet (siehe Übersicht). Fehler in diesem Bereich führen oft dazu, dass Gateways zwar erreichbar scheinen, aber keine verwertbaren Pakete oder keine zuverlässigen Downlinks liefern.

Dieser Abschnitt ist insbesondere relevant, wenn eine neue Region eingerichtet wird, ein Gateway mit zum Einsatzumfeld nicht passendem Frequenzplan betrieben wird, Adresse oder Erreichbarkeit des Netzwerkservers nicht dem Erwartungsbild entspricht oder öffentliche Firefly-SaaS und selbst gehostete Installation sachlich voneinander abzugrenzen sind. Für die Planung sind Zielregion (Gerät oder Gateway), verwendeter Gateway-Typ sowie das vorgesehene Bereitstellungsmodell (öffentliche Firefly-SaaS bzw. eigene Installation) vorab festzulegen.

In niotix müssen Region und Endpunkt-URLs zum selben Firefly-Kontext passen. Konfiguration im Virtuellen Gerät und im Konnektor firefly sollte mit den Angaben in dieser Dokumentation übereinstimmen.

Frequenzpläne

Firefly unterstützt die folgenden Frequenzpläne.

Übersicht

Plan
Netzwerkserver-Host
Länder (Auszug)
EU868
fireflyiot.com (UDP), ns.fireflyiot.com (WSS)
Albanien, Andorra, Belgien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Kroatien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Malta, Moldau, Monaco, Montenegro, Niederlande, Nordmazedonien, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, San Marino, Schweden, Schweiz, Serbien, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Türkei, Ukraine, Ungarn, Vatikanstadt, Vereinigte Arabische Emirate, Vereinigtes Königreich, Zypern
US915
us1.ns.fireflyiot.com (UDP), us1.ns.fireflyiot.com (WSS)
Kanada, Mexiko, Puerto Rico, Vereinigte Staaten von Amerika
AU915
br1.ns.fireflyiot.com (UDP), br1.ns.fireflyiot.com (WSS)
Argentinien, Australien, Bolivien, Brasilien, Chile, Ecuador, Neuseeland, Paraguay, Peru, Uruguay
AS923
sg1.ns.fireflyiot.com (UDP), sg1.ns.fireflyiot.com (WSS)
Brunei, Hongkong, Indonesien, Japan, Kambodscha, Laos, Malaysia, Myanmar, Philippinen, Singapur, Taiwan, Thailand, Vietnam
IN865
in1.ns.fireflyiot.com (UDP), in1.ns.fireflyiot.com (WSS)
Indien
KR920
kr1.ns.fireflyiot.com (UDP), kr1.ns.fireflyiot.com (WSS)
Südkorea
CN470
cn1.ns.fireflyiot.com (UDP), cn1.ns.fireflyiot.com (WSS)
China

Die aufgeführten Hostnamen gelten für die öffentliche Firefly-SaaS. In selbst gehosteten Umgebungen werden Hostname und Port durch die jeweilige Deployment-Konfiguration vorgegeben.

Die Länderangaben sind ein Auszug. Maßgeblich ist die Tabelle “Channel Plan per Country” in RP002-1.0.4 Regional Parameters; dort sind pro Land ggf. mehrere mögliche Channel-Pläne mit Priorisierung aufgeführt.

Kanalfrequenzen

Angaben in MHz; bei EU868, AS923, IN865 und KR920 sind die aufgeführten Uplink-Frequenzen für RX1-Fenster 1 dieselben wie die Downlink-Kanäle (siehe get_rx1_freq in den jeweiligen Band-Modulen).

EU868

Richtung / Fenster Kanalgruppe Frequenzen (MHz)
Uplink (125 kHz) 0–2 868,1; 868,3; 868,5
Uplink (125 kHz) 3–7 867,1; 867,3; 867,5; 867,7; 867,9
Downlink RX1 (125 kHz) Mittenfrequenz = Uplink-Frequenz des zugehörigen Kanals 868,1; 868,3; 868,5; 867,1; 867,3; 867,5; 867,7; 867,9 (identisch mit Uplink)
Downlink RX2 (250 kHz) festes RX2-Fenster (LoRaWAN) 869,525

US915

Richtung Frequenzen (MHz)
Uplink (125 kHz, im Standard aktiv) 902,3; 902,5; 902,7; 902,9; 903,1; 903,3; 903,5; 903,7
Downlink (500 kHz) 923,3; 923,9; 924,5; 925,1; 925,7; 926,3; 926,9; 927,5

AU915

Richtung Frequenzen (MHz)
Uplink (125 kHz, im Standard aktiv) 915,2; 915,4; 915,6; 915,8; 916,0; 916,2; 916,4; 916,6
Downlink (500 kHz) 923,3; 923,9; 924,5; 925,1; 925,7; 926,3; 926,9; 927,5

AS923

Richtung / Fenster Kanalgruppe Frequenzen (MHz)
Uplink (125 kHz) 0–2 923,2; 923,4; 923,6
Uplink (125 kHz) 3–7 922,2; 922,4; 922,6; 922,8; 923,0
Downlink RX1 (125 kHz) Mittenfrequenz = Uplink-Frequenz des zugehörigen Kanals 923,2; 923,4; 923,6; 922,2; 922,4; 922,6; 922,8; 923,0 (identisch mit Uplink)
Downlink RX2 (250 kHz) festes RX2-Fenster (LoRaWAN) 923,2

IN865

Richtung / Fenster Kanalgruppe Frequenzen (MHz)
Uplink (125 kHz) 0–2 865,0625; 865,4025; 865,9850
Uplink (125 kHz) 3–7 865,2325; 866,1850; 866,3850; 866,5850; 866,7850
Downlink RX1 (125 kHz) Mittenfrequenz = Uplink-Frequenz des zugehörigen Kanals 865,0625; 865,4025; 865,9850; 865,2325; 866,1850; 866,3850; 866,5850; 866,7850 (identisch mit Uplink)
Downlink RX2 (250 kHz) festes RX2-Fenster (LoRaWAN) 866,55

KR920

Richtung / Fenster Frequenzen (MHz)
Uplink (125 kHz) 922,1; 922,3; 922,5; 922,7; 922,9; 923,1; 923,3 (sieben Kanäle)
Downlink RX1 (125 kHz) 922,1; 922,3; 922,5; 922,7; 922,9; 923,1; 923,3 (identisch mit Uplink)
Downlink RX2 (festes RX2-Fenster, LoRaWAN) 921,9

Hinweis: RX2 (921,9 MHz) ist die feste zweite Empfangsfrequenz laut LoRaWAN bzw. Firefly (921900000 Hz im KR920 Bandmodul); sie entspricht keiner der sieben Uplink-/RX1-Mitten.

CN470 (im Server aktiv: Uplink-Indizes 80–87 des 470-MHz-Rasters, Downlink die ersten acht Kanäle des 500-MHz-Rasters)

Richtung Frequenzen (MHz)
Uplink 486,3; 486,5; 486,7; 486,9; 487,1; 487,3; 487,5; 487,7
Downlink 500,3; 500,5; 500,7; 500,9; 501,1; 501,3; 501,5; 501,7

Netzwerkserver-Host je Plan siehe Tabelle Übersicht.

Für produktive Setups sollte immer geprüft werden, ob Gateway, Geräteprofil und Firefly-Region exakt zusammenpassen.

Auswirkungen auf Betrieb und Troubleshooting

Wenn Frequenzplan oder Adresse nicht passen, zeigen sich oft folgende Symptome:

  • keine oder zu wenige Uplinks
  • inkonsistente Downlinks
  • scheinbar korrekt angebundene, aber fachlich stumme Gateways
  • Join-Probleme

Bei der Prüfung sollten immer gemeinsam bewertet werden:

  • Firefly-Region
  • Gateway-Konfiguration
  • Geräteprofil
  • Zieladresse und Port
  • SaaS oder selbst gehostete Umgebung

Häufige Fragen

Ist US915 immer an us1.ns.fireflyiot.com gebunden?

In der öffentlichen Firefly-Cloud ist diese Kombination die vorgesehene und dokumentierte **US915-**Zuordnung für diesen Host. Technisch erzwingt der DNS-Name den Plan nicht — entscheidend ist die Konfiguration des erreichbaren Netzwerkservers und dass Ziel, Gateway und Endgeräte zum vorgesehenen Plan passen. In selbst gehosteten Umgebungen können andere Hostnamen dieselbe Rolle haben; dort entscheidet die Deployment-Konfiguration, nicht der feste SaaS-Name.

Datenblätter nennen oft mehrere LoRa-Regionen — woran orientiert man sich im konkreten Einsatz?

Maßgeblich ist, welcher Channel Plan bzw. welche Region Sie tatsächlich konfiguriert und im laufenden Betrieb nutzen — nicht die Liste aller Regionen, die ein Gerät laut Hersteller grundsätzlich abdecken könnte. Wichtig ist der Abgleich: Geräteprofil, Gateway-Einstellungen und zugehörige Firefly-Seite (Ziel- und Frequenzkontext) müssen dieselbe reale Einstellung widerspiegeln.

Warum empfängt ein Gateway Pakete, aber das Verhalten bleibt instabil?

Häufig passt der Frequenzplan nicht vollständig zur Firefly-Region oder das Gateway sendet an die falsche Adresse bzw. in die falsche Umgebung (SaaS vs. selbst gehostet). Siehe Auswirkungen auf Betrieb und Troubleshooting.