Überblick
In diesem Abschnitt werden funktionsübergreifende Zusammenhänge und Hintergründe zu niotix erläutert, insbesondere das Datenmodell und die typischen Arbeitsschritte in der Oberfläche.
Datenmodell
Die folgende Darstellung fasst die wichtigsten Objekte und ihre Beziehungen (Kardinalitäten) zusammen. Kurz zum praktischen Ablauf: Das Konto ist die Mandantengrenze. Darin werden Digitale Zwillinge, Virtuelle Geräte, Gerätetemplate und Smarte Gruppen angelegt bzw. verwaltet. Konnektoren übernehmen Daten von außen oder liefern sie an Zielsysteme aus. Ein Integrationsflow filtert und transformiert Ereignisse und leitet sie weiter; angelegt wird er unter Integrationen im Bereich Integrationsflows. Benutzer und API-Schlüssel sind die beiden Wege der Identität: Menschen melden sich interaktiv an; API-Schlüssel authentifizieren programmatischen Zugriff (Skripte, Schnittstellen). In beiden Fällen steuern Berechtigungen, Rollen und Zugriffsbereiche, was erlaubt ist.
(Benutzer)]) B --"1:n"--> D([ Rolle]) E([ Konto]) --"1:n"--> F([ Konnektor]) E --"1:n"--> G([ Filter]) E --"1:n"--> H([ Transformation]) E --"1:n"--> I([ Digitaler Zwilling]) E --"1:n"--> J([ Virtuelles Gerät]) E --"1:n"--> R([ Gerätetemplate]) E --"1:n"--> S([ Smarte Gruppe]) E --"1:n"--> D F --"1:n"--> J I --"1:n"--> I I --"1:1"--> K([ Zugriffsbereich
(Digitaler Zwilling)]) K --"1:n"--> K I --"1:n"--> L([ Regeln
Digitaler Zwilling]) I --"1:n"--> M([ Datenpunkte
Digitaler Zwilling]) F --"1:n"--> M L --"1:n"--> M J --"1:n"--> K J --"1:n"--> N([ Regeln
Virtuelles Gerät]) J --"1:n"--> DSvd([ Datenpunkte
Virtuelles Gerät]) DSvd --"1:n"--> M J --"n:1"--> P([ Gerätetreiber]) J --"n:1"--> R S -.->|Filter| J R --"n:1"--> P Q([ Integrationsflow]) --"1:n"--> G Q --"1:n"--> F Q --"1:n"--> H E --"1:n"--> Q E --"1:n"--> A E --"1:n"--> X
Die Grafik ist bewusst kompakt: z. B. Exportzeitpläne und andere Hilfsobjekte sind nicht als Knoten dargestellt.
Benutzer
- Bedeutung: Anmeldung und Identität in niotix. Alles, was in der Oberfläche sichtbar oder bearbeitbar ist, hängt an den dem Benutzer zugewiesenen Rechten.
- Typische Nutzung: Ein Benutzer kann zu mehreren Konten gehören (z. B. Konzern mit Unterkonten) und wechselt je nach Aufgabe den Kontext, ohne separate Systeme zu nutzen.
- Beziehungen: Über Berechtigungen wird festgelegt, welche Aktionen erlaubt sind; die konkrete „Fläche“ im System wird durch Zugriffsbereiche begrenzt. Für programmatischen Zugriff ohne Login siehe API-Schlüssel.
API-Schlüssel
- Bedeutung: Zugang zu niotix ohne interaktive Anmeldung – für Automatisierung, Schnittstellen oder eingebettete Ansichten. Wie bei Benutzern legen Berechtigungen, Rollen und Zugriffsbereiche fest, was erlaubt ist.
- Typische Nutzung: Unter Konten, Reiter API-Schlüssel, anlegen, beschriften, bei Bedarf rotieren oder widerrufen; Rollen und Rechte so wählen, dass nur der nötige Funktionsumfang freigegeben ist.
- Beziehungen: Gehört zu genau einem Konto; im Diagramm derselbe Pfad wie bei Benutzern über Berechtigung, Zugriffsbereich und Rolle.
Berechtigung
- Bedeutung: Technische Zuordnung von erlaubten Aktionen (z. B. Lesen, Anlegen, Verwalten) zu Objekttypen im jeweiligen Kontext.
- Typische Nutzung: Statt isolierter Einzelzuweisungen werden Berechtigungen in der Regel über Rollen gebündelt und anschließend Benutzern oder Gruppen zugewiesen.
- Beziehungen: Jede Berechtigung gehört zu genau einem Zugriffsbereich (Benutzer) und kann mehreren Rollen zugeordnet sein, damit dieselbe Rechte-Kombination wiederverwendbar bleibt.
Rolle
- Bedeutung: Benannte Sammlung von Berechtigungen – vergleichbar mit einer Profilvorlage („Nur Lesen“, „Integrationen verwalten“, …).
- Typische Nutzung: Rollen unter Berechtigungen (z. B. im Rollen-Editor oder mit dem Standard-Rollen-Wizard) pflegen und Benutzern zuweisen, statt jede einzelne Berechtigung zu duplizieren.
- Beziehungen: Ein Konto kann mehrere Rollen führen; Benutzer erhalten Berechtigungen oft indirekt über Rollen.
Zugriffsbereich
- Bedeutung: Grenze, innerhalb derer Berechtigungen wirken. Es gibt zwei eng verwandte Konzepte im Diagramm:
- Zugriffsbereich (Benutzer): Legt fest, auf welche Strukturen aus Konten, Digitale Zwillinge und Virtuelle Geräte ein Benutzer zugreifen darf. Unterbereiche vererben typischerweise die Rechte von übergeordneten Bereichen.
- Zugriffsbereich (Digitaler Zwilling): Sicherheitskontext für einen oder mehrere Digitale Zwillinge. Virtuelle Geräte sind einem solchen Bereich zugeordnet und erben damit Zuordnung zu Organisationseinheiten und Sichtbarkeit. Untergeordnete Digitale Zwillinge können einen eigenen Bereich erhalten oder – sofern bei der Anlage entschieden – ohne eigenen Zugriffsbereich bleiben und dann unter dem Bereich eines übergeordneten Zwillings mit abgedeckt werden.
- Typische Nutzung: Beim Anlegen von Unterkonten oder tieferen Ebenen im Digitalen Zwilling automatisch berücksichtigen, wer Daten sieht – ohne jedes Objekt einzeln freizugeben.
Konto
- Bedeutung: Mandanten- bzw. Organisationsgrenze: alle Konnektoren, Virtuelle Geräte, Integrationsflows und viele Einstellungen sind kontobezogen. Konten trennen die Daten jeweils streng voneinander; jeder Mandant arbeitet in seinem eigenen Datenbestand.
- Typische Nutzung: Ein Hauptkonto für die Organisation; Unterkonten vor allem für Kunden oder rechtlich getrennte Einheiten, weil zwischen Konten eine harte Trennung der Daten gilt. Standorte und Projekte werden in der Regel innerhalb eines Kontos über Berechtigungen, Rollen und Zugriffsbereiche abgebildet, statt durch zusätzliche Unterkonten.
- Beziehungen: Beherbergt Konnektoren, Filter, Transformationen, Digitale Zwillinge, Virtuelle Geräte, Gerätetemplate, Smarte Gruppen, Integrationsflows, Rollen, API-Schlüssel, Exportzeitpläne und die Zuordnung von Benutzern.
Konnektor
- Bedeutung: Technische Anbindung nach außen – Aufnahme eingehender Daten (z. B. über Verbundene Systeme wie Firefly) oder Ausgabe an ein Zielsystem.
- Typische Nutzung: Pro Datenquelle oder -ziel einen Konnektor anlegen, Verbindungsdaten hinterlegen und mit Virtuellen Geräten oder Integrationsflows verknüpfen.
- Beziehungen: Gehört zum Konto; kann mehreren Virtuellen Geräten zugeordnet sein und liefert bzw. empfängt Daten, die in Datenpunkten landen oder aus Integrationsflows kommen. Details: Konnektoren.
Filter
- Bedeutung: Regeln, welche Nachrichten oder Ereignisse aus dem Datenstrom eines Kontos in den jeweiligen Integrationsflow übernommen werden.
- Typische Nutzung: In Integrationsflows eingebunden, um Daten gezielt weiterzuleiten – z. B. nur Ereignisse zu bestimmten Digitalen Zwillingen, Konnektoren oder Kennungen in den Integrationsflow zu übernehmen.
- Beziehungen: Wird vom Konto verwaltet und von Integrationsflows referenziert. Details: Filter.
Transformation
- Bedeutung: Wandelt Datenstruktur oder Format (z. B. generisches niotix-Format in JSON für eine Web-API).
- Typische Nutzung: Zwischen Trigger und ausgehendem Konnektor in einen Integrationsflow einfügen, damit das Zielsystem die erwartete Form erhält.
- Beziehungen: Kontoweit angelegt, in Integrationsflows wiederverwendbar. Details: Transformationen.
Integrationsflow
- Bedeutung: Ereignisgesteuerte Ausleitung: ein Trigger (z. B. Rohdaten nach Konnektor, geänderte Datenpunkte, Einträge in Alarmprotokollen) startet einen Integrationsflow – mit Filtern, Transformationen und mindestens einem ausgehenden Konnektor in festgelegter Reihenfolge.
- Typische Nutzung: Daten gezielt an externe Systeme senden – z. B. an Monitoring, ein Ticketsystem, eine Datenbank oder eine Partner-Schnittstelle. Filter und Transformationen legen fest, welche Informationen in welchem Format über den Konnektor ausgegeben werden. Was in niotix aus Regeln und Datenpunkten am Digitalen Zwilling bzw. Virtuellen Gerät entsteht, bleibt dort die fachliche Quelle; der Integrationsflow übernimmt davon nur den Transport und die Anpassung fürs Zielsystem.
- Beziehungen: Gehört zum Konto; nutzt Filter, Transformationen und Konnektoren als Schritte. Ausführliche Erklärung inkl. Trigger: Integrationsflows.
Digitaler Zwilling
- Bedeutung: Semantisches Modell für Assets, Standorte oder Strukturen – nicht nur ein einzelnes Gerät, sondern oft eine Hierarchie (Gebäude → Etage → Anlage).
- Typische Nutzung: In der Oberfläche unter Digitale Zwillinge werden Daten kontextualisiert – z. B. über Standort- oder Netzbezüge wie GIS-ID oder MeLo – und mit Stammdaten angereichert. Der Digitale Zwilling bildet eine Abstraktionsebene oberhalb des einzelnen Virtuellen Geräts: Mess- und Zustandsinformationen werden hier semantisch eingeordnet, statt nur gerätebezogen zu stehen. Er ist damit die zentrale Integrationsebene nach außen: Anbindung an Drittanwendungen wie ein Niederspannungs-Leitsystem, ein ERP-System oder vergleichbare Fachverfahren. Berechtigungen über Zugriffsbereiche und Dashboards beziehen sich dabei typischerweise auf diese strukturierte Sicht.
- Beziehungen: Kann untergeordnete Digitale Zwillinge haben; besitzt Regeln und Datenpunkte; Virtuelle Geräte werden einem Digitalen Zwilling zugeordnet.
Virtuelles Gerät
- Bedeutung: Repräsentation eines konkreten Endpunkts in der Plattform: hier laufen Anbindung an den Konnektor, Paket Parser und Statuslogik im Gerätetreiber sowie die Zuordnung zum Digitalen Zwilling zusammen.
- Typische Nutzung: In der Geräteverwaltung anlegen oder per CSV-Import importieren, Gerätetreiber oder Gerätetemplate wählen, Tags und Gruppen pflegen; anschließend Datenpunkte und Alarmprotokolle nutzen.
- Beziehungen: Gehört zu einem Zugriffsbereich (Digitaler Zwilling); verweist auf genau einen Gerätetreiber und kann einem Gerätetemplate zugeordnet sein; hat eigene Regeln und Datenpunkte; über Dynamisches Datenrouting lassen sich Datenpunkte des Virtuellen Geräts Datenpunkten des Digitalen Zwillings zuordnen (z. B. für übergeordnete KPIs). Über Smarte Gruppen lassen sich Geräte dynamisch nach Kriterien zusammenfassen.
Gerätetreiber
- Bedeutung: Wiederverwendbare Definition, wie Rohdaten (z. B. Hex) mit Einzel Parser, Multi Parser oder Funktions Parser in strukturierte Werte überführt werden und wie die Gerätestatuskonfig den Zustand bewertet.
- Typische Nutzung: Einmal zentral in der Geräteverwaltung pflegen, viele Virtuelle Geräte gleichen Typs daran ausrichten; Anpassungen am Treiber wirken auf alle zugehörigen Geräte.
- Beziehungen: Viele Virtuelle Geräte und Gerätetemplate können denselben Gerätetreiber nutzen; der Treiber steuert u. a. Paket Parser-Logik und Gesundheitsbewertung.
Gerätetemplate
- Bedeutung: Vorlage zur einheitlichen Anlage und Konfiguration mehrerer Virtueller Geräte (u. a. Gerätetreiber, Paket Parser, Gerätestatuskonfig, Regeln, Dynamisches Datenrouting).
- Typische Nutzung: Serien von Geräten gleicher Bauart schnell ausrollen, ohne jedes Virtuelle Gerät einzeln zu konfigurieren; Änderungen an der Vorlage mit den verknüpften Geräten abstimmen (Synchronisation über die Geräteverwaltung).
- Beziehungen: Gehört zum Konto; verweist auf einen Gerätetreiber; Virtuelle Geräte können einem Gerätetemplate zugeordnet sein.
Smarte Gruppe
- Bedeutung: Gruppierung von Virtuellen Geräten nach gemeinsamen Eigenschaften oder Filtern – für Auswertungen und Übersichten.
- Typische Nutzung: Geräte nach Standort, Typ oder Tags bündeln, ohne die Geräte selbst umzubauen; Dashboards nutzen.
- Beziehungen: Gehört zum Konto. Es gibt keine feste Verknüpfung zu einzelnen Virtuellen Geräten; Zugehörigkeit ist technisch ein Filter auf Geräteeigenschaften – die Gruppe zeigt jeweils die Virtuellen Geräte, die den Kriterien entsprechen (und kann sich bei Datenänderungen ändern).
Alarmprotokolle
- Bedeutung: Protokoll von Alarmen aus Regeln, Schwellen oder Zuständen – typischerweise im Kontext Virtueller Geräte oder Smarten Gruppen, ergänzend bei Konnektor-Monitoring.
- Typische Nutzung: Einträge einsehen und bearbeiten; als Auslöser für Integrationsflows verwenden (siehe Integrationsflows).
- Beziehungen: Jeder Eintrag ist einem Ursprung zugeordnet (u. a. Virtuelles Gerät, Smarte Gruppe, Konnektor). Sichtbarkeit und Bearbeitung steuern Berechtigungen über Zugriffsbereiche: bei gerätebezogenen Alarmen über den Zugriffsbereich (Digitaler Zwilling) des Virtuellen Geräts; bei Alarmen zu Smarten Gruppen oder im Konnektor-Kontext über den Zugriffsbereich des Kontos.
Regeln
- Bedeutung: Logik auf Digitalem Zwilling bzw. Virtuellem Gerät, die aus eingehenden Daten oder Zuständen abgeleitete Werte, Schwellen oder Folgeaktionen erzeugt.
- Typische Nutzung: Skalierung, Umrechnung, Alarmbedingungen oder Konsolidierung vor der Speicherung in Datenpunkten.
- Beziehungen: Schreiben in Datenpunkte desselben Objekts; eng mit Integrationsflows verknüpft, wenn Änderungen an Datenpunkten als Trigger dienen.
Datenpunkte
- Bedeutung: Aktuelle und historisierte Mess- und Zustandswerte, die einem Digitalen Zwilling oder einem Virtuellen Gerät zugeordnet sind. Sie stellen die fachliche Grundlage für Dashboards und Integrationen dar; die Persistenz der Zeitreihen erfolgt in der Zeitseriendatenbank der Plattform.
- Typische Nutzung: In der Daten Übersicht prüfen, in Dashboards visualisieren, als AFTER STATE HANDLING-Trigger in einem Integrationsflow verwenden.
- Beziehungen: Datenpunkte eines Virtuellen Geräts können auf Datenpunkte eines Digitalen Zwillings abbilden; Konnektoren und Regeln speisen sie; Integrationsflows reagieren auf Änderungen.