Kerlink iStation mit Basic Station


Überblick

Dieses Beispiel zeigt Schritt für Schritt, wie ein Kerlink iStation-Gateway über Basic Station an den LoRaWAN-Netzwerkserver Firefly angebunden wird. Die allgemeinen Grundlagen zu Basic Station und den Verbindungsdaten beschreibt die Seite Anbindung von LoRaWAN-Gateways; Hinweise zur Hardware-Inbetriebnahme (Antennen, Stromversorgung, SIM) gibt die Seite Inbetriebnahme-Hinweise.

Das Beispiel gilt für die öffentliche Firefly-SaaS-Instanz (wss://ns.fireflyiot.com) und den Frequenzplan EU868. Für andere Regionen gelten abweichende Hosts – siehe Frequenzpläne und Netzwerkserver-Adressen. Softwarestand des Beispiels: KerOS 6.3.0 (Juni 2025).

Der Kerlink Common Packet Forwarder (CPF) wird von Firefly nicht unterstützt. Die Anbindung erfolgt über Basic Station (wie hier beschrieben) oder den Semtech UDP Packet Forwarder.

Voraussetzungen

  • Firmware KerOS 6.3.0 oder neuer auf dem Gateway. Firmware-Updates (inkl. Migration von KerOS 4/5) beschreibt die Kerlink-Dokumentation: KerOS-Doku und Kerlink Wiki. Innerhalb von KerOS 6 genügt im Web-Terminal sudo su, dann apt update && apt upgrade -y.
  • Zugriff auf das Gateway: SSH als root bzw. Web-Interface als admin. Das Gateway bezieht seine IP-Adresse per DHCP; die vergebene Adresse ist z. B. in der Weboberfläche des Routers ersichtlich.
  • Gateway-EUI (Typenschild bzw. Weboberfläche des Gateways).
  • Zugang zur Ziel-Organisation in Firefly mit Berechtigung, Gateways anzulegen.

Gateway in Firefly anlegen

Anders als beim Semtech UDP Packet Forwarder muss ein Basic-Station-Gateway in Firefly angelegt werden:

  1. In Firefly die Ziel-Organisation öffnen und zum Tab Gateways wechseln.
  2. Add Gateway wählen.
  3. Einen Namen vergeben und die Gateway-EUI im Feld EUI eintragen.
  4. Mit Random einen Auth-Token generieren und notieren – er wird im nächsten Schritt auf dem Gateway hinterlegt.
  5. Mit Submit speichern.

Basic Station konfigurieren

Als root im Terminal des Gateways (SSH oder Web-Terminal); <FIREFLY_GATEWAY_TOKEN> durch den zuvor generierten Auth-Token ersetzen:

apt update
apt install -y basicstation
klk_bs_config -e
echo 'Authorization: <FIREFLY_GATEWAY_TOKEN>' > /etc/station/tc.key
klk_bs_config --enable --lns-uri 'wss://ns.fireflyiot.com:443'
systemctl restart basicstation

Das Log des Basic-Station-Dienstes lässt sich live verfolgen mit:

journalctl -fu basicstation

Mobilfunk und APN konfigurieren (optional)

Soll das Gateway über die eingebaute SIM-Karte online gehen, werden die APN-Zugangsdaten des Mobilfunkanbieters in /etc/network/ofono/provisioning eingetragen (z. B. mit vi). Die Datei enthält jeweils Default- und Specific-Abschnitte für „operator" und „sim"; ein Abschnitt wird durch Entfernen der führenden # aktiviert. In der Regel genügt der Default-Operator-Abschnitt; die Specific-Abschnitte (Zuordnung über MCC/MNC) sind für anbieterspezifische Zugangsdaten oder mehrere Anbieter gedacht. Falls die SIM-Karte eine PIN verwendet, wird sie ebenfalls dort eingetragen.

Beispiel für eine Telekom-Daten-SIM: APN internet.telekom, Benutzer telekom, Passwort tm.

Anschließend die Konfiguration aktivieren:

touch /etc/network/ofono/reset
systemctl restart ofono

Den Status der Mobilfunkverbindung zeigt gsmdiag.

Bei einem Mobilfunktarif mit privatem APN müssen die Firefly-Endpunkte in der Firewall freigegeben werden – siehe Firewall-Whitelist.

Verbindung prüfen

  1. Das Gateway sollte in Firefly (Tab Gateways) als online erscheinen; parallel zeigt journalctl -fu basicstation den Verbindungsaufbau.
  2. Bei Mobilfunk-Anbindung: Sobald das Gateway online ist, das LAN-Kabel abziehen und prüfen, ob es über Mobilfunk online bleibt. Falls nicht, LAN wieder anschließen und die APN-Konfiguration erneut prüfen.
  3. Liefert das Gateway keine Daten, hilft die Fehlerbehebung auf der Gateway-Seite weiter.

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